Stift Fiecht

Wahre Kunst -und Kulturschätze bewahren die Kirchen und Klöster der Ferienregion Silberregion Karwendel.
Die Stiftskirche des Benediktinerstiftes St. Georgenberg-Fiecht

1705, nach dem letzten Brand am Georgenberg, entschlossen sich die Mönche, ihr Zentrum ins Unterinntal zu verlegen und begannen 1741 mit dem Bau der Stiftskirche St. Josef. Die Architektur der Kirche stammt von Jakob Singer. Es entstand ein prächtiges Gotteshaus mit einem dreijochigen Langhaus und dem Querschiff mit Stichkappengewölben. Der kleeblattförmige Chor mit der mittleren Flachkuppel und die geschweiften Oberlichtfenster erinnern an großzügige Sakralbauten wie etwa den Innsbrucker Dom. Schon wegen des außen unverputzen Bruchsteinwerkes hebt sie sich von anderen Stiftskirchen ab. Die Innenausgestaltung der Kirche kann als ein herausragendes Beispiel der spätbarocken Kunstepoche bezeichnet werden. Den Abschluss fand der Fiechter Kirchenbau mit der Errichtung des Turmes ( 1779-1781).
Der Innenraum der Stiftskirche besticht durch seine Höhe und Helligkeit und die vielen Ausstattungsstücke in süddeutschem Barock. Der Grundriss ist ein lateinisches Kreuz. Die graziöse Stuckausstattung der Kirche besorgten Meister der berühmten Wessobrunner Stuckatorenwerkstätte: Franz, Xaver und Johann Michael Feuchtmayr und Johann Georg Übelhör.
Die Stiftskirche zeigt in den Stichkappen und Freskeneinrahmungen zarte Stuckaturen, im Langhaus herrschen Rocailleschnörkel vor und im Querschiff überwiegen Bandwerkelemente. Erwähnung verdienen die Apostelzeichen an den Wandpfeilern, die Rahmen der Fresken und die Umrahmungen der Inschriften über den Kirchenportalen. Matthäus Günther schuf in den Jahren 1743 - 1755 die Ausgestaltung der Stiftskirche mit Fresken, in denen er Szenen aus dem Leben des Hl. Josef und der Heiligen darstellte. Beeindruckend ist die im Langhausfresko durch eine Leiter aus Lichtstrahlen gekonnt dargestellte Illusion des Raumes. Auch stellt das kleine Fresko -Josef trägt das Jesuskind, während Maria bescheiden im Hintergrund steht- ein ikonographisches Unikat dar. Der Rest der Ausstattung der Stiftskirche war einheimischen Künstlern anvertraut. Die Hochaltarfiguren der Brixner Diözesanpatrone und den prachtvollen Tabernakel mit den neun Chören der Engel schuf der Schwazer Bildhauer Johann Michael Fischler. Für die Seitenaltäre fand man im Bildhauer Franz Xaver Nissl einen berühmten Künstler. Die beiden vorderen Seitenaltäre verbrannten 1868. Der Tiroler Barockmaler Wolfram Köberl schuf 1961 neu den Benedikts- und Engelaltar. Franz Xaver Nissl gestaltete auch die Beichtstühle mit den Büßerfiguren und die bemerkenswerten Wangen des Kirchengestühls mit einer auffallenden Vielfalt an Themen, die er in Reliefschnitzerei ausführte. (Leben des Hl. Benedikt und des Hl. Josef, Symbole und Heiligenattribute, andere religiöse Themen) Erwähnenswert ist auch das Original der Muttergottesstatue von der Innsbrucker Annasäule, geschaffen von Christoph Benedetti 1706,: heute ziert sie den Marienaltar. Am Hochaltar finden wir eine figurale Darstellung des Hl. Josefs, ein Werk von Hans Andre 1950. Die Kanzel (1754) wurde 1950 aus Wien (Neulerchenfeld) anstelle der 1868 verbrannten Kanzel angebracht.
Am 6.August 2000 wurde nach abgeschlossener Renovierung der Stiftskirche der neue Volksaltar geweiht und der 250. Jahrestag der Einweihung der Stiftskirche gefeiert. Die drei Reliquien im Fuß des Altars erinnern an Männer, die um des Glaubens willen ihr Leben lassen mussten: der erste koreanische Priester Andreas Kim (+1846), Karl Lawanga, Page am Hof des Königs von Uganda (+1886) und Pfr. Otto Neururer (+1940), der vom Naziregime im Konzentrationslager Buchenwald ermordet wurde. Die drei Kontinente Asien, Afrika und Europa, aus denen die Blutzeugen kommen, deuten auch auf die Glaubensverkündigung hin, für die sich die Abtei St. Georgenberg-Fiecht einsetzt. Die Abtei ist nämlich Mitglied der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, die in aller Welt tätig ist.
Volksaltar, Ambo, Taufbrunnen, Abtsthron, Bestuhlung und das große Wandkreuz in der linken Konche schuf Leopold Hafner, Passau.

Führungen (1,5 Stunden durch Stiftsmuseum, Informationsgang und Stiftskirche) sind MONTAG, FREITAG und SAMSTAG von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr für Gruppen von 15-30 Personen möglich.
Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch
Kosten: € 3,-- pro Person

Größere Gruppen nach Absprache. Anmeldung: Stift Fiecht +43 5242 632760, info@st-georgenberg.at


Benediktinerstift St. Georgenberg - Fiecht

1138 schließlich wird die Gemeinschaft zur Benediktinerabtei erhoben. Nach dem letzten Brand 1705 entschloss sich die Klostergemeinschaft, ihre Abtei ins Inntal unterhalb des Bergklosters zu verlegen. Das Kloster mit seiner prachtvollen barocken Stiftskirche zählt zu den wertvollsten Kulturstätten Tirols. Heute führt das Stift eine religiöse Bildungsstätte mit Räumlichkeiten unterschiedlicher Kapazität und Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 35 Personen in Einzel-,
Doppel- und Mehrbettzimmern. Besinnungszeiten für Einzelne oder Gruppen, Exerzitien, Fortbildung von PfarrgemeinderätInnen u.a. gehören zum interessanten Seminarangebot.

Mehr Informationen unter
Benediktinerstift St. Georgenberg-Fiecht
A-6134 Vomp-Fiecht
+43 5242 63276 0
info@st.georgenberg.at
www.st-georgenberg.at

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