Stadtrundgang durch Schwaz

Die Silberstadt
einst und heute:

Die Silberstadt Schwaz ist die Bezirkshauptstadt im mittleren Unterinntal, die sich ihr mittelalterliches Flair mit zahlreichen Gebäuden aus der Blütezeit des Silberbergbaues liebevoll und prächtig erhalten hat. Man muss sich auf jeden Fall viel Zeit lassen, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten erforschen zu können

Schwaz ist eine helle, lebendige und moderne Stadt, in der Lebensqualität, Wirtschaft, Tourismus, Kunst und Kultur zu Hause sind. Das außerordentlich vielseitige Kultur- und Kunstprogramm begeistert Besucher und Schwazer gleichermaßen. Der Silbersommer bietet von Mai bis Ende Juni darüber hinaus mit seinen Ausstellungen, Freilichtinszenierungen, Kunstaktionen, klassischen und modernen Konzerten einen abwechslungsreichen Kulturgenuss. Schwaz ist aber auch einst wie heute Wirtschaftsstandort. Großunternehmen wie Tyrolit, Adler, Daka, welche Weltruf besitzen, haben hier ihren Sitz und nützen die hohe Kompetenz hiesiger Fachkräfte, als auch die optimalen Anbindungen an die Weltmärkte. Vor allem die Innenstadt stellt einen wichtigen Faktor im Wirtschaftsleben der Stadt dar. Sie lässt ein exzellentes Handels-, Dienstleistungs- und Lebensumfeld vorfinden.

1 Innenstadt - Franz-Josef-Straße Ausgesprochen sehenswert ist die historische Altstadt von Schwaz. Entlang von altehrwürdigen Gebäuden führt die Franz-Josef-Straße zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Das "Herz der Stadt", wie es liebevoll von den Einwohnern genannt wird, lädt auch zum Bummeln, Einkaufen und Entspannen ein. In den Sommermonaten kann von gemütlichen Gastgärten aus das Leben in der Straße bei einer Tasse köstlichen Kaffees beobachtet werden.

2 Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ist die größte gotische Hallenkirche Tirols und die einzige vierschiffige Europas. Ihr heutiges Aussehen verdankt sie dem berühmten Münchner Bildhauer Erasmus Grasser. Durch den großen Bevölkerungszuwachs um 1490 musste die ursprüngliche kleinere Kirche erweitert werden. So entstand die Besonderheit einer vierschiffigen Kirche mit zwei gleichrangigen Hauptschiffen (links für Bürger, rechts für Knappen). Allein das Kirchendach ist mit mehr als 14.000 Kupferplatten gedeckt. Es kündet noch heute vom einstigen Reichtum im Schwazer Bergwerk. Im Stadtpark, dem ehemaligen Friedhof, befinden sich Arkaden, die besonders sehenswert sind.

3 Die Totenkapelle Michael-Veitskapelle an der Nordseite des Stadtparks besteht aus zwei Stockwerken. Im Erdgeschoss befindet sich die Michaelskapelle, im Oberstock die Veitskapelle. Sie beherbergt mit dem 1511 errichteten Altar von Christoph Scheller das prachtvollste Werk der Spätgotik (nur mit Führung zu besichtigen). Die Kapelle wurde 2005/2006 restauriert.

4 Das Palais Enzenberg wurde 1515 von Veit Jakob Tänzel erbaut. Am Hauptgebäude ist das Säulenportal, die Verbindung zwischen Palais und der Pfarrkirche, der Bogengang, sowie die Wandmalereien beachtenswert. Die zeitgenössische Kunst der Stadtgalerie Schwaz befindet sich heute im Palais Enzenberg.

5 Die Lahnbachmauern haben den Lahnbach nach dem letzten großen Ausbruch (1855) gezähmt. Vor dem Bau der großen Steinmauern musste man fast regelmäßig mit Zerstörung durch Überschwemmungen und Vermurungen rechnen. Ursprünglich konnte man auf ebenem Weg von der Stadtmitte über den Lahnbach ins "Dorf" (der Ortsteil am rechten Bachufer) gelangen. Inzwischen ist die kleine Kapelle am Lahnbach bereits die dritte übereinander am selben Platz.

6 1911 wurde der neue Glockenturm erbaut, um das Geläute aufzunehmen, da der alte Kirchturm überhängt und man befürchtete, dass sich durch das Läuten der schweren Glocken die Neigung verstärken würde. Über der große Glocke (4480 kg) steht der Spruch: "Maximiliana heiß ich, alle Wetter weiß ich, für alle Wetter bin ich gut, wenn man mich nur läuten tut." Sie wird auch heute noch bei drohenden Unwettern geläutet.

7 Das Orglerhaus war zeitweise Wohnstätte für den großen Arzt Paracelsus. Er wollte hier in Schwaz bei Sigmund Fieger die Kunst des Silberschmelzens und die Alchemie erlernen. Über dem gotischen Portal weist eine Erzstufe auf die Verbindung des Hauses mit dem Bergbau hin, solche Erzbrocken, auch Handsteine genannt, finden sich an vielen Häusern in Schwaz.

8 Das Fuggerhaus entstand um 1525. Von hier aus leitete Ulrich Fugger zeitweise seine Weltfirma. Unterhalb des Erkers erinnert eine Kupferbüste an die Fugger. Mit dem Schwazer Silber und Kupfer wurde Weltgeschichte geschrieben und es machte die Fugger zu der mächtigsten und reichsten Handelsfamilie des ausgehenden Mittelalters. Heute ist das Fuggerhaus Sitz der Tertiar-Schulschwestern.

9 Das Franziskanerkloster wurde 1507 von Kaiser Maximilian I. gegründet. Die Kirche des Klosters zum Heiligen Franziskus ist wohl die schönste Bettelordenskirche im Alpenraum. Sie wurde nach den Plänen von Christof Reichartinger gebaut (1508- 1515). Auf zwei der vielen Kostbarkeiten sei besonders hingewiesen: Das Steinkreuz von Loy Hering und die Glasfenster des bekannten Schwazer Künstlers Prof. Fred Hochschwarzer. Ein einzigartiges Juwel stellt der Kreuzgang des Klosters dar (1521). Er wurde von Pater Wilhelm von Schwaben mit Szenen aus der Passion Christi ausgeschmückt. Vom Kreuzgang her kommt man in die Bonaventurakapelle, die zur Bauzeit als vorläufige Klosterkirche diente. Sehenswert sind die das Altarkreuz umfassenden Reliefs mit Szenen aus dem Leben Christi.

10 Das Rathaus, ehemals Handelshaus von Schwaz, wurde 1500-1509 von den Gewerken Hans und Jörg Stöckl erbaut und ist der gewaltigste nicht kirchliche Bau aus der Bergwerkszeit. Nach dem Verkauf an den Landesfürsten wurde hier auch die oberste staatliche Bergbaubehörde eingerichtet. Unter dem Erker zum Stadtplatz steht das Bronzestandbild des Jörg von Fruntsperg von Ludwig Penz, einem der bekanntesten Bildhauer Tirols. Der Hof zeigt drei Stockwerke mit Arkadengängen.


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